Dachdämmung: Alles zu Kosten, Förderung & Umsetzung

Mehr Platz und weniger Kosten: Um bis zu acht Prozent sinkt Ihr Heizenergiebedarf, wenn Sie Ihren Dachstuhl ausbauen und fachgerecht dämmen. Erfahren Sie, welche Vorgaben es gibt, wie viel die Dachisolierung kostet und welche Förderprogramme Sie nutzen können.

DämmstoffCheck: Dämmstoff finden

Mit dem DämmstoffCheck finden Sie zudem heraus, welches Material sich für Ihren Dachausbau eignet:

Die wichtigsten Fakten auf einen Blick

  • Dachdämmung lohnt sich, wenn Wohnraum dazugewonnen werden soll
  • Ersparnis: rund 8 % Heizenergie und über 100 Euro Heizkosten pro Jahr
  • Dämmung von Dach oder oberster Geschossdecke ist vorgeschrieben
  • gefördert durch Zuschüsse und Kredite, unter anderem von der KfW
  • Dachdämmung schützt vor Kälte im Winter und Hitze im Sommer

Dachausbau: Warum sollten Sie Ihr Dach dämmen?

In Deutschland sind bisher lediglich 16,2 Prozent der Dächer und 6,5 Prozent der obersten Geschossdecken gedämmt.  Dabei gibt es viele gute Gründe das Dach eines Gebäudes zu dämmen. Neben der gesetzlichen Vorschrift, Dach oder oberste Geschossdecke zu dämmen, bringt eine gute Isolierung weitere Vorteile mit sich:

  • Mit einer Dachdämmung sparen rund 8 Prozent Heizenergie und reduzieren damit auch Ihre Heizkosten.
  • Energiesparen trägt zum Klimaschutz bei und macht in der Energieversorgung insgesamt unabhängiger.
  • Mit einem Dachausbau gewinnen Sie Wohnraum dazu.
  • Zudem verbessert die Dachdämmung den Wohnkomfort, denn sie schützt nicht nur vor Kälte, sondern auch vor sommerlicher Hitze.
  • Wegen seines Beitrags zum Klimaschutz ist das Dämmen von Dach oder oberster Geschossdecke sogar vom Gesetzgeber vorgeschrieben und wird auch mit Zuschüssen und zinsgünstigen Krediten gefördert.

Ein umfangreicherer Dachausbau empfiehlt sich, wenn der Dachboden als Wohnraum genutzt und entsprechend geheizt werden soll. Beachten Sie jedoch, dass dafür einige Voraussetzungen erfüllt sein müssen und teilweise eine Baugenehmigung erforderlich ist. Wird das Dachgeschoss auch zukünftig nicht als Wohnraum genutzt, ist es deutlich kostengünstiger, nur die oberste Geschossdecke zu dämmen.

Wie viel kann ich mit einer Dachdämmung sparen?

Etwa acht Prozent Heizenergie kann eine Isolierung des Dachs einsparen. Damit ergeben sich in einem durchschnittlichen, erdgasbeheizten Einfamilienhaus mit 110 Quadratmetern Wohnfläche rund 120 Euro weniger Heizkosten pro Jahr. Werden zusätzlich die steigenden Energiepreise berücksichtigt, entspricht dies einer Ersparnis von bis zu 4.000 Euro nach 20 Jahren. In einem ebenfalls erdgasbeheizten Mehrfamilienhaus können knapp 800 Euro Heizkosten pro Jahr gesparrt werden. Aus wirtschaftlicher Sicht lohnt sich die Dämmung der obersten Geschossdecke mehr – allerdings wird dabei kein Wohnraum dazugewonnen.

nach 1 Jahrnach 20 Jahren
Energieersparnis1.620 kWh32.400 kWh
Heizkostenersparnis120 Euro 3.990 Euro
CO2-Ersparnis405 kg CO28.100 kg CO2

Tabelle: Reduzierung Energieverbrauch, Heizkosten und CO2-Ausstoß nach Dachdämmung. Angaben gerundet. Aktueller Wärmepreis: 0,075 Euro/kWh; durchschnittlicher Wärmepreis in den kommenden 20 Jahren: 0,12 Euro/kWh bei angenommener Preissteigerung; Emissionsfaktor Erdgas 0,25 kg CO2/kWh

Bei der Berechnung ist zu beachten: Durch den Zugewinn an Wohnraum vergrößert sich die beheizte Fläche des Gebäudes. Dies wirkt sich natürlich auch auf den Heizenergieverbrauch aus. Die hier berechneten Einsparungen beziehen sich auf die bisherige Wohnfläche ohne zusätzliche Quadratmeter auf dem ausgebauten Dachboden.

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Kosten: Wie teuer ist die Dachisolierung?

Die Kosten der Dachdämmung hängen vom gewählten Dämmstoff und dessen Dicke („Stärke“) sowie von eventuell anfallenden Handwerkerkosten ab. Noch mehr wirken sich aber der vorhandene Aufbau des Dachs (Dachkonstruktion) und das dafür geeignete Dämmverfahren auf die Kosten aus. Mit folgenden Preisspannen können Sie rechnen:

Übersicht: Kosten einer Dachisolierung

Kosten pro m2Kosten pro 100 m2 Dachfläche
Zwischensparren-Dämmung70 – 120 € 7.000 – 13.000 €
Untersparren-Dämmung30 – 80 € 3.000 – 8.000 €
Aufsparren-Dämmung (mit Wiedereindecken)130 – 200 € 14.000 – 20.000 €
Flachdachdämmung100 – 180 € 10.000 – 18.000 €

Tabelle: Kosten für die Dachdämmung bei unterschiedlichen Dämmverfahren; berücksichtig Kosten für Dämmmaterial und Anbringen durch Handwerksbetrieb

Das beeinflusst die Kosten einer Dachdämmung

  • Material für die Dachdämmung: Das Material ist ein entscheidender Faktor für die Gesamtkosten. Mit unserem Online-Rechner DämmstoffCheck ferfahren Sie die Kosten sowie alle Vor- und Nachteile der verschiedenen Dämmstoffe.
  • Baugerüst und Dachdeckung: Bei der Aufsparrendämmung fallen zusätzliche Kosten für ein Baugerüst an. Diese müssen aber ohnehin aufgebracht werden, wenn das Dach neu gedeckt werden soll. Die Material- und Gerüstkosten werden bei einer Kalkulation für eine Dachdämmung meist nicht berücksichtigt, sondern zusätzlich berechnet.
  • Kombination mit weiteren Sanierungsmaßnahmen: Insgesamt verringern sich die Kosten, wenn Sie die Dachdämmung mit ohnehin anstehenden Sanierungsmaßnahmen verbinden – wie insbesondere einer Neueindeckung des Dachs oder weiteren Dämmmaßnahmen an der Gebäudehülle.
  • Eigenleistung: Wenn Sie die Dämmung Ihres Dachs teilweise oder sogar ganz in Eigenleistung durchführen, können Sie Ihre Ausgaben deutlich reduzieren. Sie sollten aber bedenken, dass für die meisten Dämmarbeiten handwerkliches Geschick, geeignete Hilfsmittel, technisches Know-how und Erfahrungen nötig sind. Wir empfehlen daher mindestens eine/n Energieberater*in bzw. Fachplaner*in hinzu zu ziehen. Zudem ist die Aufsparrendämmung mit Arbeiten auf dem Dach verbunden, die nur von Fachleuten durchgeführt werden können. Entsprechende Betriebe in Ihrer Nähe finden Sie in unserem Branchenverzeichnis:

Experten in Ihrer Nähe: Jetzt finden!

Alternativen zur Dachdämmung

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Lose Einblasdämmung, bevor sie in die Hohlräume zum Dämmen eingefügt wird.

Eine günstige Alternative zur Dämmung mit Platten oder Matten ist häufig die Einblasdämmung. Dieses Dämmverfahren hängt aber davon ab, ob nutzbare Zwischenräume vorhanden sind oder geschaffen werden können. Auch die Kosten hängen stark von den vorhandenen Bedingungen abhängig. Durchschnittlich liegen sie bei 20 bis 50 Euro pro Quadratmeter.

Wenn der Dachboden nicht als Wohnraum ausgebaut werden soll, reicht meist eine Dämmung der obersten Geschossdecke, die mit einer Preisspanne zwischen 15 und 50 Euro durchschnittlich erheblich günstiger ausfällt als die Dachdämmung.

Welche Förderung gibt es für die Dachdämmung?

Die wichtigsten Förderprogramme für die Dachisolierung sind in der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) gebündelt.

  • Einen Zuschuss von 20 Prozent (max. 12.000 €) gibt es für Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle. Voraussetzung dafür ist, dass ein/e Energieeffizienz-Expert*in die umgesetzte Maßnahme überprüft. Die Mindestinvestition muss 2.000 Euro betragen, die Förderungen ist auf 60.000 Eurp pro Wohneinheit gedeckelt. Der Zuschuss wird über das BAFA beantragt und ausgezahlt. (BEG EM Zuschuss)
  • Mit einem Kredit inkl. Tilgungszuschuss von 20 Prozent (max. 12.000 €) fördert die BEG außerdem Einzelmaßnahmen oder vollumfängliche Sanierungen zum KfW-Effizienzhaus sowie auch Bau und Erwerb von Neubauten. (KfW 261/262 - Förderkredite fürs Effizienzhaus und Einzelmaßnahmen)
  • Sie können über die BEG weitere 5 Prozent Förderung erhalten, wenn Sie die Maßnahmen zuvor mit einer/m Energieeffizienz-Expert*in in einem individuellen Sanierungsfahrplan geplant haben (Infos zur iSFP-Förderung). Wir empfehlen grundsätzlich eine Energieberatung, um alle Einsparpotenziale, aber auch Fördermöglichkeiten auszuschöpfen. Energieberatungen werden ebenfalls bis zu 80 Prozent gefördert.

Worauf Sie bei der Antragstellung achten müssen, erfahren Sie in unserer Übersicht zur BEG. Zusätzlich zum bundesweiten Förderprogramm gibt es zahlreiche regionale Programme, etwa von den Ländern oder Kommunen. Eine Übersicht über alle für Sie infrage kommenden Förderprogramme gibt Ihnen unsere kostenlose Fördermittel-Suche:

Zum FördermittelCheck

Dämmziele als Förder-Voraussetzung

In der Regel setzen die Förderprogramme anspruchsvolle Dämmziele voraus. So schreibt das Gebäudeenergiegesetz (GEG) einen Wärmedurchgangskoeffizienten (U-Wert) von maximal 0,24 W/m²K für die Dachdämmung vor – für eine Förderung über die BEG müssen aber deutlich bessere 0,14 W/m²K erreicht werden.

Der U-Wert zeigt an, wie viel Wärme durch ein Bauteil geht. Er wird in Watt pro Quadratmeter und Kelvin (W/m2K) angegeben. Je kleiner der U-Wert, desto größer die Dämmwirkung.

Vorschriften: Ist die Dachdämmung Pflicht?

Seit 2014 ist gesetzlich vorgeschrieben, dass Dächer bzw. oberste Geschossdecken von Wohngebäuden gedämmt werden müssen, sofern sie nicht die Anforderungen für den Mindestwärmeschutz erfüllen. Die genauen Vorgaben sind im Gebäudeenergiegesetz (GEG) festgehalten, für die Dachdämmung muss ein Wärmedurchgangskoeffizient von U ≤ 0,24 W/m²K eingehalten sein.

Allerdings gilt dies nur für Wohnimmobilien, die nach dem 1. Februar 2002 erworben wurden. Den Vorgaben muss dann innerhalb von zwei Jahren ab dem Eigentumsübergang nachgekommen werden. Für Immobilien, die den Besitzer seit 2002 nicht gewechselt haben, gibt es keine Pflicht zur Dämmung. Hier müssen die Vorschriften des GEG nur erfüllt werden, wenn Baumaßnahmen – etwa der Ausbau des Dachbodens zum Wohnraum – angegangen werden. Dabei ist zu überprüfen, ob der Mindestwärmeschutz nach DIN 4108-2: 2013-02 erfüllt ist, um eine Dämmverpflichtung festzustellen. Beim Mindestwärmeschutz geht es in erster Linie um den Schutz vor Feuchtigkeit an Gebäudeteilen. Werden diese minimalen Anforderungen in einem Gebäude nicht eingehalten, reicht es nicht, dies nachträglich zu ergänzen. Dann ist eine Wärmedämmung erforderlich, die den Wärmedurchgangskoeffizienten U ≤ 0,24 W/m²K erfüllt.

Ein Verstoß gegen das GEG ist eine Ordnungswidrigkeit, die mit einem Bußgeld in Höhe von bis zu 50.000 Euro geahndet werden kann.

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Welche Voraussetzungen sind für einen Dachausbau notwendig?

Ein Dachboden muss einige Voraussetzungen erfüllen, damit er nach dem Dachausbau als Wohnraum genutzt werden kann. Einige liegen auf der Hand:

  • So benötigt ein Wohnraum eine Heizung. Für den Dachausbau muss also bereits ein Heizstrang verlegt sein oder es muss sich einer mit einem vertretbaren Aufwand verlegen lassen. Beachten Sie jedoch: Nach einer Erweiterung des Heizsystems sollte dieses unbedingt mit einem hydraulischen Abgleich an die neuen Anforderungen angepasst werden.
  • Weiterhin benötigt ein Wohnraum bei entsprechender Nutzung in der Regel ein Mindestmaß an Tageslicht, das durch kleine Dachluken häufig nicht gegeben ist. Daher müssen beim Dachausbau häufig zusätzliche Fenster eingebaut werden, was natürlich weitere Kosten verursacht.
  • Außerdem muss der Boden begehbar sein. Wenn beispielsweise eine Dämmung der obersten Geschossdecke verbaut ist, kann diese möglicherweise so ausgeführt sein, dass sie nicht (an allen Stellen) ausreichend belastbar ist. Die Statik des Bodens sollte daher unbedingt von einem Fachhandwerker geprüft werden, bevor ein Dachausbau angegangen wird.
  • Und schließlich muss eine ausreichende Raumhöhe vorhanden sein, damit der Raum auch nach der Dachisolierung (insbesondere bei Untersparrendämmung geht Raumhöhe verloren) sinnvoll nutzbar ist. Als Richtwert gilt, dass dafür mindestens eine Dachneigung von 35 Grad gegeben sein muss. Ist der Dachboden nicht ausreichend hoch, kann er durch eine neue Dachkonstruktion erhöht oder erweitert werden. Dafür ist aber zumeist eine Baugenehmigung nötig.
  • Die Vorschriften für Baugenehmigungen variieren hierbei von Bundesland zu Bundesland, daher sollten Sie frühzeitig einen Blick in die entsprechende Landesbauordnung werfen und sich am besten auch beim örtlichen Bauamt informieren. Eine Baugenehmigung ist zudem meist Pflicht, wenn ein Flachdach zu einem Steildach umgebaut, eine Gaube ins Dach eingebaut werden soll oder wenn eine neue Wohnung entsteht.

Aufbau der Dachdämmung: Aufsparren, Zwischensparren oder Untersparren?

Es gibt drei Möglichkeiten, den Aufbau eines Steildachs zu dämmen:

Bei einem Steildach, also einem Dach mit mehr als fünf Grad geneigten Dachflächen (Satteldach, Walmdach, Pultdach, Zeltdach ...), besteht der Aufbau des Dachstuhls in der Regel aus Sparren oder Pfetten. Das sind Holzbalken, die die eigentliche Dacheindeckung tragen. Die Dämmung wird dann zwischen, unter oder auf den Sparren angebracht.

Bei der Zwischensparren- und Untersparrendämmung muss das Dach nicht neu gedeckt werden, da das Dämmmaterial von innen angebracht wird. Bei der Aufsparrendämmung ist dies nicht möglich, weshalb hier auch die höchsten Kosten anfallen. Zum Teil lassen sich die Dämmmöglichkeiten auch miteinander kombinieren. Dies geschieht recht oft bei der Zwischensparren- und Untersparrendämmung.

Für die Dämmung eines Flachdachs gibt es andere Möglichkeiten.

Zwischensparrendämmung

Am häufigsten verbreitet ist die Zwischensparrendämmung. Dabei werden meist Dämmmatten zwischen den Sparren eingefügt. Der Dämmstoff wird dabei ein wenig breiter zugeschnitten, als der Sparrenzwischenraum lang ist. Zu beachten ist, dass die Dämmung dicht an den Sparren anliegen muss. Die Folie der Dampfbremse muss dann raumseitig an den Sparren angebracht werden.

Die Zwischensparrendämmung kann von geübten Hobbyhandwerker*innen mit entsprechenden Werkzeugen selbst durchgeführt werden (siehe Video-Anleitung unten). Jedoch ist dabei mit großer Sorgfalt vorzugehen, da es schnell zu Feuchtigkeitsschäden kommen kann, wenn ungedämmte Stellen als Kältebrücke wirken oder Luftfeuchtigkeit durch undichte Folien einer Dampfbremse gelangt. Außerdem sollte bei der Arbeit mit Dämmmaterialien wie Mineralwolle lange Kleidung getragen werden.

Untersparrendämmung

Im Vergleich zur Zwischensparrendämmung kommt die Untersparrendämmung eher selten zum Einsatz. Grund dafür ist, dass bei dieser Variante der meiste Wohnraum verloren geht. Bei einer Untersparrendämmung wird das Dämmmaterial meist in Form von festen Dämmplatten von innen unter den Sparren befestigt. Dabei ist darauf zu achten, dass die Platten (häufig aus Styropor oder Holzfasern) fachgerecht angebracht werden. Es kann nämlich zu bauphysikalischen Problemen kommen, wenn Luftfeuchtigkeit an kalten Stellen kondensiert.

Zwischen- sowie Untersparrendämmung sind leicht zu installieren und daher vergleichsweise kostengünstig. Beide Varianten können auch als Einblasdämmung ausgeführt werden. Dafür wird zunächst ein Hohlraum geschaffen, der dann mit losem Dämmgranulat oder Dämmflocken gefüllt wird. Die Einblasdämmung ist etwas weniger effektiv als die Dämmung mit Matten oder Platten, dafür aber deutlich günstiger.

Aufsparrendämmung

Für einen Altbau ist die Aufsparrendämmung die aufwändigste und daher auch teuerste Möglichkeit, ein Steildach zu dämmen. Dabei wird die Dämmung von außen zwischen Sparren und Dacheindeckung befestigt und verhindert so, dass die Sparren als Wärmebrücken wirken. Ein weiterer Vorteil ist, dass der Wohnraum nicht verkleinert wird. Bei einer Aufsparrendämmung muss das Dach vollständig abgedeckt werden, wofür ein Baugerüst notwendig ist. Diese Dämmvariante ist daher insbesondere dann zu empfehlen, wenn das Dach ohnehin neu gedeckt werden muss.

Auch bei Neubauten kommt meistens die Aufsparrendämmung in Kombination mit Zwischensparrendämmung zum Einsatz, da sie hier von vornherein in den Bauprozess einbezogen werden kann. Dabei sollte die Konstruktion jedoch auf ihr feuchtetechnisches Verhalten überprüft werden. Bei Bedarf muss eine luftdichte Folie als Dampfbremse verlegt werden, damit keine Feuchtigkeit in das Dämmmaterial eindringen kann.

Spezialfall: Dämmung Flachdach

Bei der Dämmung eines Flachdachs geht es nicht um den Zugewinn von Wohnraum, sondern ausschließlich um den Schutz vor Kälte und Hitze. Ein bestehendes Flachdach wird in der Regel gedämmt, wenn das Dach neu abgedichtet werden muss, etwa weil es undicht ist. Ist dies nicht der Fall, werden Flachdachkonstruktionen häufig von innen gedämmt.

(c) iStock / kadmy

Bei der Isolierung eines Flachdachs sind folgende Varianten möglich:

  • Bei einem sogenannten Kaltdach gibt es einen Abstand von 10 bis 15 Zentimetern zwischen Dämmung und Dachabdichtung, der dazu dient, dass Feuchtigkeit durch einen Luftstrom abgeführt werden kann. Dies ist insbesondere bei Holzkonstruktionen wichtig. Auch nach der Dämmung muss eine hinreichend dicke Luftschicht vorhanden sein, die die Belüftung zur Feuchtigkeitsabfuhr gewährleistet.
  • Ist weniger Abstand vorhanden, kann eine Dämmung als Warmdach möglich sein. Hier verbleibt kein Abstand für einen Luftstrom, sodass auf eine entsprechend feuchtigkeitsdichte Ausführung zu achten ist. In der Praxis bereitet der Umbau von Kalt- zu Warmdach häufig Probleme, sodass diese Variante nur bei sehr guter fachlicher Beratung und vorsichtiger Umsetzung zu empfehlen ist.
  • Eine dritte Möglichkeit ist das Umkehrdach, bei dem die Dämmschicht auf der Dachabdichtung angebracht wird. Damit die Dämmung geschützt und beschwert ist, kommt oberhalb der Dämmung ein Vlies oder eine Trennlage zum Einsatz, auf die dann eine entsprechend dicke Schicht Kies oder Substrat für ein Gründach folgt.

Ein Umkehrdach ist mit rund 100 Euro pro Quadratmeter am günstigsten, Kaltdach wie Warmdach können um die 180 Euro pro Quadratmeter kosten.

Dachdämmung im Altbau

In Deutschland sind die meisten Altbauten mit einem Kaltdach gebaut. Bei dieser Bauweise muss auch mit einer Dämmung ausreichend Luft zur Dachabdichtung bleiben, da hier die Feuchtigkeit aus dem Gebäude geleitet wird. Für eine Dachdämmung bei Kaltdach-Altbauen eignen sich vor allem Zwischensparrendämmung und Untersparrendämmung, da dann das Dach nicht neu eingedeckt werden muss.

Material: Welche Dämmstoffe für die Dachdämmung?

Dämmplatten, Dämmmatten und lose Dämmstoffe gibt es aus verschiedenen Materialien. Am häufigsten kommen immer noch Polystyrol oder Mineralwolle zum Einsatz. Dabei gibt es eine breite Palette an ökologischen Dämmstoffen, die eine deutlich bessere Ökobilanz haben als konventionelle Dämmstoffe und schadstofffrei sowie gesundheitlich unbedenklich sind.

Bei der Auswahl des passenden Dämmmaterials ist zu beachten:

  • Dämmmatten kommen meist für die Zwischensparrendämmung zum Einsatz,
  • Dämmplatten sind es bei der Untersparrendämmung .
  • Sowohl Matten als auch Platten können bei der Aufsparrendämmung wie auch bei der Flachdachdämmung verwendet werden.
  • Einblasdämmung mit losem Granulat oder Flocken bietet sich auch für Zwischen- und Unterplattendämmung an, wenn entsprechende Hohlräume vorhanden sind oder geschaffen werden können.

Dämmmaterialien: ökologisch vs. koventionell

(c) Evelyn Hillebrand | Verbraucherzentrale NRW e.V.

Folgende Dämmstoffe eigenen sich für die Dachisolierung von Flachdächern und Steildächern. Bei den Dämmstoffen, die mit einem grünen Hakn versehen sind, handelt es sich um ökologische Dämmmaterialien.

DämmstoffeKurzinfo
Extrudierstes Polystyrol (XPS)als feste Platten für die Untersparrendämmung oder als loses Granulat für Einblasdämmung
Mineralwolle (Glaswolle / Steinwolle)als Dämmmatten bei Zwischen- & Untersparrendämmung
PUR / PIR (Polyurethan-Hartschaum)als Schaumkunststoffplatten für Aufsparrendämmung
Holzfasern als Platten für die Aufsparrendämmung
Zellulose, Wiesengras-Zellulose als Dämmmatten für Zwischen- & Untersparrendämmung oder als Flocken in der Einblasdämmung
Hanf, Jute, Seegras, Stroh meist als Platten für Zwischensparrendämmung und die Untersparrendämmung
Schafwolle als Matten oder Platten für Auf- und Zwischensparrendämmung

Für unsere Praxistester war von Anfang klar: Es wird in jedem Fall mit ökologischen Materialien gedämmt. Bei der Zwischensparrendämmung des Dachs sollte Hanf zum Einsatz kommen, bei der Untersparrendämmung Holzweichfaserplatten.

zum Praxistest

Mit dem kostenlosen DämmstoffCheck können Sie prüfen, welche Dämmstoffe für Ihr Dämmvorhaben geeignet sind. Hier erhalten Sie auch Informationen zu

  • Kosten
  • möglichen Schadstoffen,
  • zum Energieaufwand bei der Herstellung und
  • der Fähigkeit, vor sommerlicher Hitze zu schützen.

Umsetzung: Wie wird das Dach gedämmt? Anleitung in 7 Schritten

1. Über Dachkonstruktion & Einsparmöglichkeiten informieren

Als Erstes sollten Sie sich die wichtigsten Infos besorgen: Ist Ihr Dach für den Ausbau als Wohnraum geeignet? Muss es gedämmt werden, weil es nicht die Anforderungen des Mindestwärmeschutzes erfüllt? Wie viel können Sie durch eine Dachdämmung sparen, welche Dämmstoffe sind grundsätzlich geeignet und welche Fördermittel gibt es? Unsere kostenlosen EnergiesparChecks helfen Ihnen dabei – z. B. bei der Auswahl des richtigen Dämmmaterials.

Zum DämmstoffCheck

2. Energieberatung machen & Dachdämmung planen

Bei der Planung sollten Sie sich fachkundig und vor Ort in Ihrem Gebäude beraten lassen. Geklärt werden sollte hier insbesondere, welcher Dämmstoff der richtige ist und welche Dicke die Dämmschicht haben sollte. Ferner erfordert der Feuchteschutz größte Aufmerksamkeit, damit es nicht zu Feuchteschäden kommt. Auch kann Ihnen ein/e Energieberater*in sagen, was Sie selbst erledigen können und welche Fördermöglichkeiten es gibt. Die Energieberatung selbst wird auch gefördert und ist außerdem Voraussetzung für viele andere Förderprogramme. Außerdem kann es sinnvoll sein, bereits Kostenvoranschläge von Handwerksbetrieben einzuholen, da dieser Schritt ein wenig dauern kann. Qualifizierte Energieberater und Handwerker finden Sie in unserem Branchenbuch.

Handwerksbetriebe & Energieberatung in der Nähe finden

3. Um die Finanzierung der Dämmung kümmern

Wenn Sie einen Überblick über die anstehenden Kosten haben, geht es an das Finanzieren: Informationen über alle relevanten Förderprogramme mit ihren jeweiligen Anforderungen liefert unsere kostenlose Fördermittelsuche. Hier finden Sie auch alle relevanten regionalen und lokalen Programme von Kommunen und Energieversorgern. Beachten Sie, dass die Förderung in der Regel zuerst beantragt werden muss – erst danach sollten Sie Material bestellen oder Handwerker*innen beauftragen.

Zum FördermittelCheck

4. Dachdämmung besorgen & anbringen

Falls Sie Handwerker beauftragt haben, kümmern sich diese um den Dämmstoffkauf. Wenn Sie eine Förderung in Anspruch nehmen wollen, achten Sie auf mögliche Vorgaben zur Dämmstoffqualität, Dämmstoff-Dicke und zur Rechnungslegung.

Auch das Anbringen der Dämmung am Dach übernimmt der Handwerksbetrieb. Bei einer Zwischensparren- oder Untersparrendämmung können Sie auch selbst aktiv werden. Eine Anleitung dazu finden Sie im Vidoe.

Zur Video-Anleitung

5. Heiztechnik auf veränderten Bedarf einstellen

Nach einer fachgerechten Dachdämmung verringert sich der Heizwärmebedarf pro Quadratmeter Wohnfläche. Wenn Sie auf dem Dachboden zusätzlichen Wohnraum gewinnen, muss dieser unter Umständen durch neue Heizkörper beheizt werden. Daher sollte die Heizanlage in jedem Fall mit einem hydraulischen Abgleich an die veränderte Situation angepasst werden. Möglicherweise lohnt auch der Austausch der Heizungspumpe, da unnötig leistungsstarke Pumpen viel Strom verbrauchen. Für die Heizungsoptimierung gibt es ebenfalls Fördermittel aus der Bundesförderung für effiziente Gebäude.

Zum WärmeCheck (hydralischen Abgleich prüfen)

7. Heizenergieverbrauch auswerten & im Blick behalten

Nach der Dachdämmung sollten Sie unbedingt Ihren Heizenergieverbrauch prüfen und im Auge behalten. Am einfachsten geht das mit dem kostenlosen Energiesparkonto,in dem Sie Ihre Zählerstände eintragen und kontrollieren können.

Wenn sich im Vergleich zum Verbrauch vor der Dämmung keine oder nur geringe Einsparungen bemerkbar machen, ist die Dämmung möglicherweise nicht richtig angebracht worden und Nachbesserungen sind nötig. Werden handwerkliche Fehler rechtzeitig bemerkt, können gegebenenfalls Gewährleistungsansprüche bei der ausführenden Firma geltend gemacht werden.

Zum Energiesparkonto

Eine detaillierte allgemeine Anleitung für die Wärmedämmung von Wohngebäuden finden Sie in unserem Leitfaden Dämmung.

Autor*innen: Stefan Heimann, Anne Weißbach

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