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Alle Dämmmaßnahmen im direkten Vergleich

Für welche Art von Dämmung sollen Hausbesitzer sich entscheiden? Welche Vor- und Nachteile haben die verschiedenen Dämmmaßnahmen im Vergleich? Und welche Kosten stehen welchen Einsparungen gegenüber? Wir zeigen, worauf Sie achten müssen und was sich für Sie lohnen könnte.

Die wichtigsten Fakten auf einen Blick

  • Fassaden-Dämmung spart mit 260 Euro im Jahr am meisten
  • Dämmung von oberster Geschossdecke und Kellerdecke günstig und effektiv
  • richtige Dämmmaßnahmen mit Energieberatung finden und planen
  • Dämmmaßnahmen werden von öffentlicher Hand gefördert

Dämmmaßnahmen: Die wichtigsten Infos

Fassadendämmung Holzfaser(c) STEICO/quick-mix

Bis zu 35 Prozent Wärme verliert ein Altbau über ungedämmte Außenwände, bis zu 20 Prozent übers nicht gedämmte Dach. Die Dämmung von Fassade und Dach bringt deshalb besonders viel, ist aber auch besonders kostspielig. Es geht allerdings auch kleiner und günstiger: zum Beispiel mit der Dämmung der obersten Geschossdecke oder der Kellerdecke. Sie können zudem die Kosten senken, indem Sie Fördermöglichkeiten für Dämmungen nutzen.

Gerade für die Fassadendämmung gilt: Wenn Sie Ihr Haus ohnehin sanieren, neu verputzen oder streichen möchten und deshalb ein Gerüst aufbauen müssen, sollten Sie auch gleich über eine Dämmung nachdenken.

Wichtig ist: Suchen Sie zunächst mithilfe eines Energieberaters die Schwachstellen an Ihrem Haus.

Was sind Dämmmaßnahmen? Definition

Unter Dämmmaßnahmen versteht man das Montieren einer Wärmedämmung. Wärmedämmung ist die Reduktion des Durchganges von Wärmeenergie durch eine Hülle, um einen Raum oder einen Körper vor Abkühlung oder Erwärmung zu schützen.

Welche Dämmmaßnahmen gibt es?

Besonders rentabel ist die Dämmung der obersten Geschossdecke. Wird das Dachgeschoss allerdings als Wohnraum genutzt, sollten Sie besser das Dach dämmen. Auch ein Wärmeschutz an Kellerdecke oder Kelleraußenwänden verringert den Energieverlust. Die Dämmung von Kelleraußenwänden und anderen Bauteilen, die das Erdreich berühren, wird Perimeterdämmung genannt. Sie hilft nicht nur beim Energiesparen, sondern verhindert insbesondere bei Altbauten auch, dass Feuchtigkeit aus dem Erdreich durch die Wand eindringt und auf der Innenseite der Kellerwände zu Schimmelbildung führt.

Wenn Sie die Fassade dämmen möchten, sollten Sie das nach Möglichkeit an den Außenwänden tun. Eine Innendämmung kann allerdings bei denkmalgeschützten Gebäuden eine sinnvolle Alternative sein. Sie verkleinert jedoch den Innenraum, zudem müssen die entsprechenden Innenwände vor der Installation feuchtetechnisch überprüft werden

Kosten und Förderung von Dämmmaßnahmen

Eine grobe Einschätzung über die Kosten verschiedener Dämmmaßnahmen haben wir auf Basis eigener Gebäudedaten sowie Angaben des Instituts für Wohnen und Umwelt (IWU) zusammengestellt:

DämmmaßnahmeDämm-stoffdickeGesamtkosten pro €/m2 BTFReine Energiespar-maßnahme in €/m2 BTF
WDVS14 cm90 bis 12030 bis 48
Hinterlüftige Vorhangfassade14 cm10 bis 20030 bis 48
Innendämmung8 cm30 bis 3220 bis 24
Obere Geschossdecke begehbar20 cm40 bis 5540 bis 55
Obere Geschossdecke nicht begehbar20 cm24 bis 3024 bis 30

Steildach:

Zwischensparrendämmung*

16 cm120 bis 15024 bis 36
Steildach: Außensparrendämmung (WLG 035)20 cm120 bis 20045 bis 55
Flachdach warm20 cm100 bis 18060 bis 96
Flachdach kalt20 cm110 bis 18030 bis 54
Keller von unten8 cm18 bis 3018 bis 30

Daten und Darstellung: www.co2online.de, BTF = Bauteilfläche Berechnungen mit WLS 035 *Gemäß EnEV §8 und 9 ist es erlaubt, nur auf Sparrenhöhe zu dämmen. Quelle:

Die genauen Kosten einer Wärmedämmung hängen sowohl von Dämmverfahren, Dämmstoff und seiner Dicke ab als auch von der individuellen Beschaffenheit eines Gebäudes (Baujahr, Zustand von Dach, Fassade und so weiter). Deshalb ist es wichtig, zunächst mithilfe eines Experten herauszufinden, wo am meisten Wärme verloren geht und der größte Handlungsbedarf besteht. Ein Gebäude-Check durch einen qualifizierten Energieberater der Verbraucherzentralen kostet zum Beispiel 20 Euro – bzw. 40 Euro, wenn es mehr ins Detail etwa zum Dämmen gehen soll.

Teurer wird es, wenn der Experte zusätzlich ein Thermografiegutachten erstellt. Eine professionelle und umfangreiche Wärmebilduntersuchung kleinerer Gebäude kostet zwischen 250 und 400 Euro, teilweise auch mehr. Das Verfahren ist übrigens nur im Winterhalbjahr möglich, da die Temperaturen im niedrigen einstelligen Bereich oder darunter liegen müssen. Sie kann dazu beitragen, Wärmebrücken etwa an Balkonen oder handwerklich unsauber ausgeführte Dämmungen aufzuspüren. 

Weitere Informationen zu den Kosten der verschiedenen Dämmmaßnahmen finden Sie in unserem Artikel Wärmedämmung – Kosten im Überblick.

Vor-Ort-Beratungen werden über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gefördert. Thermografien sind dabei allerdings zum 1. März 2015 wegen zu geringer Nachfrage rausgefallen. Dafür wurde zum 1. Dezember 2017 die Erstellung eines individuellen Sanierungsfahrplans mit in die Förderung aufgenommen.

Auch für das Dämmen selbst können Sie Fördermittel beantragen. Das KfW-Programm „Energieeffizienz sanieren“ umfasst zum Beispiel Einzelmaßnahmen wie die Wärmedämmung von Wänden, Dachflächen, Keller- und Geschossdecken (Programme 151/152 und 430).

Inwiefern sich eine Dämmmaßnahme für Sie wirtschaftlich rechnet, finden Sie mit unserem DämmCheck heraus und unserem ModernisierungsCheck heraus.

Dämmmaßnahmen im Vergleich

Dach oder oberste Geschossdecke dämmen?

Dachgeschoss dämmen(c) iStock.com/ronstik

Wer den Dachboden nicht als Wohnraum nutzt, kann zu vergleichsweise geringen Kosten und recht einfach die oberste Geschossdecke dämmen. Das ist die Wärmeschutzmaßnahmen, die sich am schnellsten rentiert: nach Berechnungen des FIW im Schnitt nach sechs Jahren, wenn sie weiterhin begehbar sein soll, andernfalls bereits nach zwei Jahren.

Wichtig: Seit der Energieeinsparverordnung (EnEV) 2002 sind Hausbesitzer unter bestimmten Bedingungen sogar verpflichtet, die oberste Geschossdecke nachträglich zu dämmen (§10, Abs. 3 EnEV). Danach gilt die Pflicht für „jährlich mindestens vier Monate“ beheizte Wohn- und Nichtwohngebäude, die nicht die „Anforderungen an den Mindestwärmeschutz nach DIN“ erfüllen. Anstelle der Geschossdecken kann aber auch das Dach gedämmt werden. Bei einem als Wohnraum genutzten Dachgeschoss dämmen Sie besser gleich das ganze Dach. Da das Dach einen relativ großen Anteil an der Gebäudehülle einnimmt, spart ein guter Wärmeschutz hier viel Energie. Je nach Bauweise, Baujahr, Zustand und Nutzung amortisieren sich die Kosten für eine Dachdämmung häufig bereits nach wenigen Jahren. Und: Ist das Dach gedämmt, sind Sie von der Nachrüstpflicht der EnEV für die oberste Geschossdecke befreit.

Keller oder Kellerdecke dämmen?

Viele Keller werden kaum oder gar nicht beheizt und sind nicht gedämmt. Gerade im Winter dringt dann die Kälte ins Erdgeschoss. Wer die Kellerdecke an ihrer Unterseite dämmt, wird das schnell an warmen Füßen und sinkenden Heizkosten spüren. Auch diese Dämmmaßnahme ist kostengünstig und rechnet sich schnell. Wird die Dämmung von unten noch verkleidet, haben Sie die Kosten im Schnitt nach acht Jahren wieder drin, ohne Verkleidung bereits nach sechs Jahren. Die Dämmung sollte mindestens acht Zentimeter stark sein.

Wird der Keller beheizt und womöglich als Wohnraum genutzt, bietet sich eher die Innendämmung der Außenwände an. Eine Außendämmung (Perimeterdämmung) ist oft im Vergleich teuer oder technisch schwierig zu realisieren. (Welche Dämmmaßnahmen gibt es?)

In jedem Fall gilt: Dämmen Sie auch die Heizungsrohre. Gerade in alten Gebäuden werden sie oft über 70 Grad heiß, entsprechend groß ist der Wärmeverlust bei ungedämmten Leitungen. Eine Isolierung schützt zudem vor Korrosion und Schallübertragung.

Dämmung – innen oder außen?

Außendämmung Hanf(c) co2online | Phil Dera

Die Fassade nimmt den größten Anteil an der Gebäudehülle ein. Ist sie ungedämmt, führt das zu besonders hohen Wärmeverlusten von bis zu 35 Prozent und zu entsprechend hohen Heizkosten. Auch das Raumklima leidet, da die Wände in der kalten Jahreszeit permanent kalt sind und man im Winter auch bei laufender Heizung schnell fröstelt. Außerdem besteht die Gefahr, dass sich Schimmel bildet, wenn feuchtwarme Luft auf kalte Bauteile trifft. Sie entsteht zum Beispiel durchs Kochen und Duschen, aber auch schon durch Schwitzen oder Atmen. Gedämmte Außenwände sorgen hingegen in den kalten Jahreszeiten für Wärme und im Sommer für angenehme Kühle.

Eine Dämmung der Außenwände ist vergleichsweise teuer. Deshalb bietet sie sich vor allem dann an, wenn Sie wegen anderer Fassadenarbeiten ohnehin ein Gerüst aufbauen lassen müssen.

Ist die Gebäudefassade denkmalgeschützt, können Sie die Innenwände dämmen. Das gilt auch, wenn Sie in einer Eigentumswohnung in einem nicht gedämmten Mehrfamilienhaus leben. Allerdings geht dabei Wohnraum verloren. Zudem bietet die Außendämmung in der Regelbauphysikalisch Vorteile. Deshalb sollte die Außendämmung, wenn möglich, die erste Wahl sein.

Die folgende Infografik zeigt, welche Dämmstoffe sich für welche Dämmmaßnahmen besonders eignen.

Die Tabelle zeigt, welche Dämmstoffe häufig bei den verschiedenen Dämmmaßnahmen zum Einsatz kommen. Es handelt sich dabei um eine Auswahl typischer Anwendungen – weitere Dämmstoffe und auch weitere Dämmmaßnahmen sind durchaus möglich. Zu beachten ist immer, dass die Beschaffenheit des jeweiligen Gebäudes Lösungen erfordern kann, die von diesem Schema abweichen. Außerdem ist zu bedenken, dass vor Beginn der Dämmmaßnahme das komplette Dämmsystem und nicht nur der verwendete Dämmstoff gewählt werden muss. Grundsätzlich gilt, dass Dämmmaßnahmen immer gut geplant werden müssen. Entsprechende Fachleute in Ihrer Nähe finden Sie in dem kostenlosen Branchenverzeichnis Rat und Tat.

Dachdämmung

Bis zu 13 Prozent Energie gehen über ein ungedämmtes Dach verloren. Viele Eigentümer setzen deshalb häufig bei der Dachdämmung an, wenn sie ihr Haus sanieren möchten. Diese bietet sich vor allem dann an, wenn Sie das Dachgeschoss als Wohnraum nutzen möchten. Damit die Dachdämmung so viel Energie wie möglich spart, muss sie fachgerecht geplant und durchgeführt werden. Zudem empfehlen sich besonders dicke Dämmstoffe. Steildächer (auch Spitzdach, Satteldach oder Walmdach) werden zwischen oder auf, seltener auch unter den Sparren gedämmt.

Vor- und Nachteile einer Dachdämmung

VorteileNachteile

Zwischensparrendämmung:

  • geringer Raumverlust
  • kombinierbar mit Untersparrendämmung

Zwischensparrendämmung:

  • Verkleidung notwendig, wenn das Dachgeschoss als Wohnraum genutzt wird
  • luftdichte Dampfbremse notwendig

Untersparrendämmung:

  • Verkleidung meist schon integriert
  • kombinierbar mit Zwischensparrendämmung

Untersparrendämmung:

  • Wohnraum geht verloren luftdichte
  • Dampfbremse notwendig

Aufsparrendämmung:

  • sinnvoll kombinierbar mit
    Neueindeckung des Dachs

Aufsparrendämmung:

  • teuerste Art der Dachdämmung luftdichte
  • Dampfbremse notwendig
  • Alternative zu kombinierter Zwischen- und Untersparrendämmung, wenn Sparren für eine Zwischensparrendämmung nicht hoch genug sind
  • keine Wärmebrücken im Bereich der Sparren

Welche Dämmstoffe eignen sich?

Für die Dämmung des Dachs eignen sich viele Baustoffe zum Beispiel Zellulose, Mineralwolle, Naturdämmstoffe wie Hanf oder Flachs und künstliche Dämmstoffe wie expandiertes Polystyrol (EPS/Styropor) oder PUR/PIR.

Was sind die Kosten einer Dachdämmung?

Pro Quadratmeter müssen Sie inklusive Montage bei einer Zwischensparrendämmung mit Kosten von 120 bis 150 (50 bis 80) Euro rechnen, bei einer Untersparrendämmung mit 30 bis 60 Euro und bei einer Aufsparrendämmung inklusive Neueindeckung des Dachs mit 120 bis 200 (150 bis 250) Euro.

Für die Dachdämmung können Sie Fördermittel der KfW beantragen („Energieeffizient Sanieren“ – 151/152).

Welche Einsparungen sind möglich?

Die Dämmung des Dachs spart im Schnitt 13 Prozent Heizenergie bzw. 18 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr. Das entspricht bei einem mit Erdgas beheizten und 125 Quadratmeter großen Einfamilienhaus von 1983 jährlich etwa 180 Euro weniger Heizkosten.

Weitere hilfreiche Informationen finden Sie ebenfalls in unserem Fachartikel Dachdämmung: Übersicht der Dämmmaßnahmen, Kosten und Einsparpotenziale.

Dämmung der obersten Geschossdecke

Wer den Dachboden nur als Stauraum oder gar nicht nutzt, braucht nicht unbedingt das Dach zu dämmen, sondern kann sich auf die oberste Geschossdecke beschränken. Das ist kostengünstiger und rechnet sich schon nach kurzer Zeit. Die Energieeinsparverordnung (EnEV) nimmt Hausbesitzer hier sogar in die Pflicht (§10, Abs. 3 EnEV). Es gibt allerdings Ausnahmen, unter denen Hausbesitzer die oberste Geschossdecke nicht nachträglich dämmen müssen: etwa wenn bereits das Dach gedämmt ist oder wenn Besitzer von Ein- und Zweifamilienhäusern schon vor dem 1. Februar 2002 dort gewohnt haben und das nach wie vor tun.

Vor- und Nachteile bei einer Dämmung der obersten Geschossdecke

VorteileNachteile
  •  kostengünstiger als Dachdämmung
  • nur sinnvoll bei unausgebautem, unbewohnten Dach

 

  • bei unausgebautem, aber begehbaren Dach härtere Dämmstoffe nötig (Z.B. Hartschaum-Platten)

Welche Dämmstoffe eignen sich?

Sie können die oberste Geschossdecke sowohl mit anorganischen Dämmstoffen wie Mineralwolle als auch mit organischen Dämmstoffen vor Wärmeverlust schützen. Hier eignen sich vor allem Naturdämmstoffe wie Hanf oder Flachs, Zellulose oder Holzfasern.

Was sind die Kosten einer Dämmung der obersten Geschossdecke?

Für die Dämmung der obersten Geschossdecke fallen bei einem begehbaren Dachboden Kosten zwischen 40 und 55 Euro pro Quadratmeter an. Bei einem nicht begehbaren Dachboden liegt die Spannbreite zwischen 24 und 30 Euro pro Quadratmeter.

Für die Dämmung der obersten Geschossdecke können Sie Fördermittel der KfW beantragen („Energieeffizient Sanieren“ – 151/152).

Welche Einsparungen sind möglich?

Ein Einfamilienhaus kann durch eine nachträgliche Dämmung der oberen Geschossdecke in 20 Jahren rund 2.200 Euro sparen.

Weitere hilfreiche Informationen finden Sie auch in unserem Fachartikel Die Dämmung der obersten Geschossdecke.

Fassadendämmung außen

Die Außenwände machen mehr als 40 Prozent der Gebäudehülle aus. Über sie geht bei unsanierten Gebäuden besonders viel Wärmeenergie verloren: bis zu 35 Prozent. Das gilt gerade für Häuser, die vor der ersten Wärmeschutzverordnung 1977 gebaut wurden. Mit einer fachgerecht ausgeführten Fassadendämmung können Sie bis zu 19 Prozent Energie und damit Ihrer Heizkosten einsparen – und sorgen zugleich für ein behaglicheres Wohnklima.

Welche Dämmsysteme gibt es?

WDVS Dämmung Hanf(c) co2online | Phil Dera

Um die Fassade zu dämmen, gibt es verschiedene Systeme. Am gängigsten sind das Wärmedämmverbundsystem (WDVS) und die hinterlüftete Vorhangfassade. Beim WDVS werden Dämmstoffplatten direkt auf der Außenwand angebracht. Bei der hinterlüfteten Vorhangfassade wird zunächst an der Außenwand eine Unterkonstruktion befestigt und der Dämmstoff in die Zwischenräume gefüllt. Auf die Unterkonstruktion kommt dann noch eine Außenverkleidung. Dazwischen sorgt ein Luftspalt für die notwendige Belüftung und den Abtransport von Feuchtigkeit.

Bei zweischaligem Mauerwerk (auch Hohlschichtmauerwerk) kann der vorhandene Luftzwischenraum auch für eine Kerndämmung genutzt werden. Sie wird auch Einblasdämmung genannt, da der Dämmstoff (Flocken, Granulat oder Perlen) zwischen die Wandschalen geblasen oder geschüttet werden. Dafür werden Löcher in die Außenwand gebohrt.

Vor- und Nachteile einer Fassadendämmung

Die Fassadendämmung ist relativ kostspielig. Da Sie in den meisten Fällen ein Baugerüst benötigen, sollten Sie die Dämmung der Außenwände dann angehen, wenn ohnehin Fassadenarbeiten anstehen – neuer Putz, neuer Anstrich, neue Fenster. Möglicherweise sind bauliche Veränderungen nötig, etwa mehr Dachüberstand. Und die Tiefe der Fensteröffnung kann sich erhöhen. Die Fenster sollten dabei bei einer Sanierung in der selben Ebene wie die Dämmung montiert werden. Andernfalls ergeben sich Wärmebrücken.

VorteileNachteile
  • Schutz vor Witterungseinflüssen
  • teuer

  • Im Winter Verringerung von Temperaturschwankungen
  • Bei denkmalgeschützten Gebäuden oft nicht möglich

  • Im Sommer Hitzeschutz
  • Beeinträchtigt die Optik der Außenfassade
  • Mehr Behaglichkeit (Wand als Wärmespeicher)
  • Gefahr von Wärmebrücken minimiert

Wärmedämmverbundsystem (WDVS):

  • Dämmplatten, Kleber, Dübel, Schienen, Armierungsgewebe sowie Ober- und Unterputz sind aufeinander abgestimmt
  • 90 bis 120 Euro pro Quadratmeter inkl. Montage

Hinterlüftete Vorhangfassade:

  • Außenwand besonders gut vor Witterungseinflüssen geschützt 
  • breite Palette an Außenverkleidungen, z.B. Holzschindeln oder Schieferplatten.
  • 100 bis 200 Euro pro Quadratmeter inkl. Montage

Kerndämmung:

  • kein Baugerüst nötig 

Welche Dämmstoffe eignen sich?

WDSV haben meist einen Dämmstoff aus Mineralfaser oder Hartschaum, hinterlüftete Vorhangfassaden aus Zellulose oder Mineralwolle. Für die Fassadendämmung eignen sich aber auch Naturdämmstoffe wie Hanf oder Flachs, Holzweichfaser, expandiertes Polystyrol (EPS/Styropor).

Was sind die Kosten einer Fassadendämmung?

Bei einem WDSV müssen Sie – je nach Dämmmaterial und Dämmstärke – mit insgesamt 90 bis 210 Euro pro Quadratmeter rechnen. Eine hinterlüftete Vorhangfassade kostet 100 bis 200 Euro pro Quadratmeter, davon entfällt ein Großteil auf Unterkonstruktion und Verkleidungsmaterial.

Welche Einsparungen sind möglich?

Mit einer fachgerecht ausgeführten Fassadendämmung können Sie bis zu 20 Prozent Heizenergie einsparen. Bei einem typischen Einfamilienhaus aus dem Jahr 1983, das mit Erdgas beheizt wird, macht das im Jahr durchschnittlich 260 Euro aus.

Weitere hilfreiche Informationen finden Sie auch in unserem Fachartikel Fassadendämmung.

Innendämmung

Innendämmung Mineralwolle(c) iStock | pashapixel

Wenn keine Außendämmung möglich ist, bietet sich die Dämmung der Innenwände als Alternative an. Das gilt insbesondere für denkmalgeschützte Gebäude, aber zum Beispiel auch für Eigentumswohnungen in ungedämmten Mehrfamilienhäusern oder für Kellerräume, die als Wohnraum genutzt werden sollen. Eine fachgerecht ausgeführte Innendämmung verbessert den Wärmeschutz um 60 Prozent und mehr. Innendämmsysteme bestehen meist aus einem speziellen Grundputz, einem abgestimmten Klebespachtel, entsprechenden Dämmplatten sowie einem Systeminnenputz bzw. Spachtel.

Vor- und Nachteile einer Innendämmung

VorteileNachteile
  • Keine lange Vorlaufzeit
  • Verkleinert den Wohnraum
  • Kein Baugerüst 
  • Geringerer sommerlicher Hitzeschutz als bei Außendämmung
  • jahreszeitenunabhängig
  • Montagearbeiten innerhalb des Wohnraums
  • Deutlich günstiger als Außendämmung
  • Nägel oder Dübel können die Dämmung negativ beeinträchtigen
  • Bei denkmalgeschützten Gebäuden möglich
  • Wegen Schimmelgefahr anspruchsvolle, d.h. wärmebrückenarme und lückenlose Montage
  • Beeinträchtigt nicht die Optik der Außenfassade
  • Geringerer Brandschutz als bei Außendämmung bei Dämmstoffen wie Polystyrol oder Polyurethan
  • mehr Behaglichkeit durch um zwei bis vier Grad wärmere Innenwände

Welche Dämmstoffe eignen sich?

Die Dämmplatten von Innendämmsystemen bestehen zum Beispiel aus Kalziumsilikat-, Mineralschaum- oder Perliteplatten. Es eignen sich aber zum Beispiel auch Holzwolleleichtbauplatten, Holzweichfaseroder Zellulose.

Was sind die Kosten einer Innendämmung?

Für eine Innendämmung fallen Kosten zwischen 30 und 32 Euro pro Quadratmeter an.

Welche Einsparungen sind möglich?

Durch eine Innendämmung lässt sich der Wärmeschutz nach Angaben des Hessischen Ministeriums für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz um mindestens 60 Prozent verbessern.

Weitere hilfreiche Informationen zu diesem Thema finden Sie auch in unserem Fachartikel Innendämmung – wann ist sie sinnvoll?.

Dämmung der Kellerdecke

Über den Keller gehen im Schnitt fünf bis zehn Prozent Heizenergie verloren. Ist er unbeheizt, ist die Kellerdeckendämmung eine effektive und wirtschaftliche Wärmeschutzmaßnahme, die zugleich den Wohnkomfort im Erdgeschoss erhöht. Dabei werden Dämmstoff- oder Verbundplatten an der Unterseite der Kellerdecke angebracht. Sie sollten je nach Bausubstanz und Dämmmaterial mindestens sechs Zentimeter dick sein.

Wird der Keller als Wohnraum genutzt und beheizt, sollten Sie Wände und Boden des Kellers dämmen. Das ist komplizierter und teurer als die Kellerdeckendämmung.

Vergessen Sie nicht, auch die Heizungsrohre vor Wärmeverlust zu schützen.

Vor- und Nachteile der Kellerdeckendämmung

VorteileNachteile
  • kostengünstig
  • Kellerraum wird niedriger
  • leicht umzusetzen
  • Kellerwände müssen absolut trocken sonst, sonst können Wärmebrücken, Feuchtigkeit und Schimmel entstehen
  • Fußboden im Erdgeschoss wird deutlich wärmer

 

  • Raumklima verbessert sich

Welche Dämmstoffe eignen sich?

Für die Kellerdeckendämmung können Sie zum Beispiel Naturdämmstoffe, Holzwolleleichtbauplatten, Holzweichfaser, Glas- oder Steinwolle sowie expandiertes Polystyrol (EPS/Styropor) verwenden.

Was sind die Kosten einer Kellerdeckendämmung?

Die Dämmung der Kellerdecke kostet zwischen 18 und 30 Euro pro Quadratmeter.

Welche Einsparungen sind möglich?

Eine Kellerdeckendämmung spart etwa fünf Prozent Heizkosten. Das macht in einem typischen Einfamilienhaus von 1983 etwa 70 Euro im Jahr aus (Energieträger: Erdgas).

Weitere hilfreiche Informationen finden Sie auch in unserem Fachartikel Kellerdämmung – Kellerdecke, Wände oder Boden? 

Perimeterdämmung

Bei der Perimeterdämmung werden die das Erdreich berührenden Flächen von außen gedämmt. Da über ungedämmte Kellerwände und Kellerböden viel Heizenergie verlorengeht, ist sie ein effektiver Wärmeschutz. Bestandsbauten entsprechend nachzurüsten, geht allerdings ganz schön ins Geld. Deshalb kommt die Perimeterdämmung vor allem bei Neubauten zum Zuge. Hier ist sie seit der Energieeinsparverordnung 2014 (EnEV Anlage 1) sogar Pflicht. Bei Altbauten ist sie dann ein Muss, wenn zum Beispiel der außenseitige Putz des Kellers erneuert oder neu aufgetragen wird.

Vorteile und Nachteile der Perimeterdämmung

VorteileNachteile
  • besonders wirkungsvoller Wärmeschutz
  • Kellerwände müssen freiliegen
  • sinnvoll bei beheizten und bewohnten Kellerräumen
  • Bei Bestandsgebäuden sehr aufwendig und teuer (Kellerwände freilegen)

Welche Dämmstoffe eignen sich?

Bei einer Dämmung unterhalb der Erdoberfläche muss der Dämmstoff natürlich besonders druck-, wasser- und witterungsbeständig sein. Deshalb wird häufig extrudierter Polystyrol-Hartschaum (XPS) verwendet. Aber auch Schaumglas und unter Umständen expandierter Polystyrol-Hartschaum (EPS) sind möglich. Um zu verhindern, dass sich an der Dämmung Wasser staut, kann es je nach Bodenbeschaffenheit notwendig sein, Dämmplatten mit Drainagefunktion zu verwenden.

Was sind die Kosten einer Perimeterdämmung?

Eine Perimeterdämmung kostet zwischen 40 bis 60 Euro pro Quadratmeter. Bei einem Altbau ist sie deutlich teurer als bei einem Neubau. Denn kommen Erdarbeiten hinzu, fallen nochmal 20 bis 30 Euro pro Kubikmeter Aushub an. Muss womöglich Grundwasser abgepumpt werden, wird’s noch teurer.

Wer allerdings eine Perimeterdämmung im Rahmen einer Fassadendämmung anbringen lässt, kann dafür eine KfW-Förderung beantragen (Programm Energieeffizient Sanieren – 430).

Welche Einsparungen sind möglich?

Das hängt stark von den Umständen ab: Wird der Keller als Wohnraum genutzt und damit geheizt? Wie sind die vorhandenen Grundmauern beschafften? Und was für ein Untergrund liegt vor? Ein hoher Grundwasserspiegel sorgt beispielsweise dafür, dass Wärme aus dem Gebäude über die Feuchtigkeit abgeleitet wird, sodass über eine Perimeterdämmung mehr eingespart werden kann, als etwa bei einem trockenen, sandigen Untergrund. Ein pauschales Einsparpotenzial kann also bei der Perimeterdämmung nicht beziffert werden. Generell handelt es sich um eine effektive Maßnahme – was allerdings dem großen baulichen Aufwand gegenübersteht, der für das Anbringen der Perimeterdämmung an bestehenden Gebäuden anfällt.

Weitere hilfreiche Informationen finden Sie auch in unserem Fachartikel Perimeterdämmung: Wann sie sich lohnt, wie sie umgesetzt wird und wie viel sie kostet.

Autoren: Kristina Simons / Marcus Franken

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