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Fassadendämmung: Alles zu Umsetzung, Kosten und Förderung

Die größte Wärmemenge entweicht beim Altbau vor allem über das Dach, über die Fenster und über die Außenwände. Mit einer Fassadendämmung kann unter entsprechenden Bedingungen bis zu einem Fünftel der Energie eingespart werden.

DämmstoffCheck

Mit dem DämmstoffCheck erfahren Sie nach nur wenigen Eingaben, welche Dämmstoffe sich für Ihr Gebäude eignen.

Allgemeines zur Fassadendämmung

Modernisierte Fassaden eines Altbaus und eines Nachkriegsbaus(c) ArTo - Fotolia.com

Modernisierte Fassaden

Wie hoch ist das Einsparpotential einer Fassadendämmung?

Bis zu 35 Prozent Energie gehen bei Altbauten über die Außenwände verloren. Das technische Energieeinsparpotenzial einer Fassadendämmung liegt bei bis zu 20 Prozent.

Wie hoch sind die Kosten einer Fassadendämmung?

Bei einem Wärmedämmverbundsystem (WDVS) muss man zum Beispiel mit 90 bis 120 Euro Gesamtkosten pro Quadratmeter Bauteilfläche rechnen. Die reinen Kosten für das Dämmmaterial belaufen sich jedoch nur auf 30 bis 48 Euro pro Quadratmeter.

Weitere Informationen zu den Kosten für Wärmedämmung finden Sie in diesem Artikel.

Wann ist eine Fassadendämmung besonders sinnvoll?

Ein günstiger Zeitpunkt für eine Dämmung der Außenwände ist, wenn ohnehin Fassadenarbeiten anstehen, wie z. B. Putzausbesserungen, der Einbau neuer Fenster oder ein Neuanstrich. Denn viele Kosten, wie z. B. die für ein Gerüst, fallen durch nötige Instandsetzungsmaßnahmen in jedem Fall an. Dadurch reduzieren sich die Kosten für die reine Energiesparmaßnahme. Außerdem gibt es zahlreiche Förderprogramme speziell für die Fassadendämmung.

Wann amotisiert sich die Fassadendämmung?

Laut einer Berechnung des auf Initiative der Dämmstoffindustrie gegründeten Forschungsinstituts für Wärmeschutz München (FIW) machen die energiebedingten Mehrkosten im Durchschnitt 30 bis 40 Prozent der kompletten Sanierung aus. So haben sich zum Beispiel die energiebedingten Kosten für eine Fassadendämmung mit Wärmedämmverbundsystem (WDVS) laut FIW meist in vier bis zehn Jahren amortisiert.

Energiesparkonto macht Erfolg der Fassadendämmung sichtbar

Ob eine Dämmung der Fassade bei Ihrem Gebäude wirtschaftlich ist, finden Sie mit dem ModernisierungsCheck heraus. Entscheiden Sie sich für eine Fassadendämmung, sollten Sie sich bereits vor der Durchführung ein Energiesparkonto anlegen. Das kostenlose Online-Haushaltsbuch macht die individuellen Einsparerfolge Ihrer Dämmmaßnahme sichtbar.

Sparpotential für Dämmung und Fenster. Einsparungen Heizkosten pro Jahr und durchschnittliche Einsparungen Heizenergie pro Jahr. Für Fassadendämmerung 19% bzw. 260€. Für die Dämmung der Kellerdecke 5% bzw. 70€. Für die Dämmung der obersten Geschossdecke 7% bzw. 100€. Für die Erneuerung der Fenster 7% bzw. 100€. Um das Sparpotential voll auszuschöpfen, ist ein hydraulischer Abgleich nötig. Er passt die Heizung nach der Dämmung an den geringeren Energiebedarf des Hauses an.

Infografik zum durchschnittlichen Einsparpotenzial für Dachdämmung, Kellerdeckendämmung, Dämmung der obersten Geschossdecke, Fassadendämmung und Erneuerung der Fenster im Einfamilienhaus.

Welche Art von Fassadendämmung ist die richtige?

Für die Dämmung der Fassade gibt es verschiedene Systeme. Die drei gängigsten sind das WDVS bzw. die Thermohaut, die Kerndämmung und die hinterlüftete Vorhangfassade. Die Dämmstoffdicke sollte man sich immer berechnen lassen, da sie stark vom Zustand der Fassade abhängt.

Die folgende Infografik zeigt, welche Dämmstoffe sich für welche Dämmmaßnahmen besonders eignen.

Die folgende Infografik zeigt, welche Dämmstoffe sich für welche Dämmmaßnahmen besonders eignen.

Die Tabelle zeigt, welche Dämmstoffe häufig bei den verschiedenen Dämmmaßnahmen zum Einsatz kommen. Es handelt sich dabei um eine Auswahl typischer Anwendungen – weitere Dämmstoffe und auch weitere Dämmmaßnahmen sind durchaus möglich. Zu beachten ist immer, dass die Beschaffenheit des jeweiligen Gebäudes Lösungen erfordern kann, die von diesem Schema abweichen. Außerdem ist zu bedenken, dass vor Beginn der Dämmmaßnahme das komplette Dämmsystem und nicht nur der verwendete Dämmstoff gewählt werden muss. Grundsätzlich gilt, dass Dämmmaßnahmen immer gut geplant werden müssen. Entsprechende Fachleute in Ihrer Nähe finden Sie in dem kostenlosen Branchenverzeichnis Rat und Tat.

Fassadendämmung mit WDVS – bei Putz- und Ziegelfassaden

Außendämmung Hanf(c) co2online | Phil Dera

Die Mehrheit der Bestandsgebäude kann mit einem WDVS versehen werden. Besonders geeignet ist es für einschalige, verputzte Wände. Bei Fachwerkhäusern oder bei Gründerzeit- und Jugendstilhäusern mit strukturierten Fassaden ist dieses System weniger zu empfehlen. Hier ist ggf. eine Innendämmung die geeignete Variante.

Ein WDVS besteht aus Dämmstoff (meist Mineralfaser oder Hartschaum), Armierungsgewebe und Außenputz oder Riemchenverblendung. Der Dämmstoff wird direkt auf die Wand geklebt und gedübelt. Für unregelmäßige Untergründe oder Mischbauweise gibt es Schienensysteme. Ein WDVS sollte nur ein Fachbetrieb installieren. Wir erklären Ihnen, wie Sie einen geeigneten Handwerker finden für Ihre Wärmedämmung.

Fassadendämmung mit Kerndämmung – bei Hohlschichtmauerwerk

Bei zweischaligem Mauerwerk, auch Hohlschichtmauerwerk genannt, empfiehlt sich als preiswerteste Maßnahme die nachträgliche Kerndämmung. Jedoch muss die Luftschicht mindestens 4 cm umfassen. Die Dämmung wird ohne Lüftungsöffnungen zwischen die zwei Mauern eingebracht. Dafür stehen verschiedene Systeme zur Verfügung, wie z. B. solche mit Einblasdämmstoffen. Der Dämmstoff wird dabei durch Löcher eingebracht, die in die Außenwand gebohrt werden. Von Vorteil ist, dass das Haus im Allgemeinen nicht eingerüstet werden muss und die Baustellenbelastung durch Lärm und Schmutz aufgrund der kurzen Montagezeit (bei einem Einfamilienhaus oft nur ein Tag) sehr gering ist.

Fassadendämmung mit hinterlüfteter Vorhangfassade – gut geschützt

Alternativ kann eine hinterlüftete Vorhangfassade angebracht werden. Dabei wird eine Unterkonstruktion aus Holz oder Alu-Profilen auf der Außenwand befestigt und der Dämmstoff (meist Zellulose oder Mineralwolle) in die Zwischenräume gefüllt. Die Außenverkleidung wird im Anschluss auf der Unterkonstruktion montiert. Um den Abtransport von Feuchtigkeit zu gewährleisten, muss ein Luftspalt zwischen Dämmung und Verkleidung zur Hinterlüftung bleiben.

Die Außenwand ist bei dieser Art der Fassadendämmung gut vor Witterungseinflüssen geschützt. Außerdem gibt es eine große Auswahl an Außenverkleidungen (Holz, Schiefer, Faserzementplatten etc.). Als Folge ist jedoch die Wand bei gleicher Dämmstoffdicke etwas dicker als beim WDVS.

Dämmmaßnahmen im Vergleich: Was kostet ein Quadradmeter Fassadendämmung?

DämmmaßnahmeDämmstoff-dickeGesamtkosten in €/m2 BTF*Reine Energiespar-maßnahme in €/m2 BTF*
WDVS14 cm90 bis 120 € 30 bis 48 €
Hinterlüftige Vorhangfassade14 cm10 bis 200 €30 bis 48 €
Innendämmung8 cm30 bis 32 €20 bis 24 €

Daten und Darstellung: www.co2online.de

* BTF = Bauteilfläche Berechnungen mit WLS 035

Kann auf eine Fassadendämmung verzichtet werden?

Mit Ausnahme von denkmalgeschützten Gebäuden, aufwendigen Stuckfassaden und Fassaden mit Sichtmauerwerk ist die Außendämmung der Innendämmung immer vorzuziehen. Denn die Gefahr von Wärmebrücken reduziert sich dabei auf ein Minimum.

Dicke Wände ersetzen keine Dämmung der Fassade

Eine besonders dicke Hauswand ersetzt übrigens keine Fassadendämmung. Entscheidend für den Wärmeschutz ist vielmehr die Wärmeleitfähigkeit des Wandbaustoffes. Ältere Hauswände bestehen meist aus schweren Wandbaustoffen, wie z. B. Vollziegelmauerwerk, die Wärme sehr gut nach außen ableiten. Ihr Wärmeschutz ist daher sehr schlecht (U-Werte um 1,4 W/(m²K). Das HMWVL gibt an, dass diese Wärmeverluste mit einer Fassadendämmung um 80 Prozent reduziert werden können.

Informationen zur an den Wänden der Innenräume angebrachten Dämmung finden Sie in unserem Artikel zur Innendämmung.

Wann ist Fassadendämmung Pflicht?

Bei Immobilienerwerb vor Februar 2002: Alle Wohnimmobilien, die nach dem 1. Februar 2002 erworben wurden, müssen die Anforderungen der Energieeinsparverordnung (EnEV) erfüllen.

Vor Februar 2002: Wer schon vor Februar 2002 in seinem Einfamilienhaus gewohnt hat, ist grundsätzlich nicht zur energetischen Sanierung verpflichtet. Möchte man dennoch sanieren, sind bestimmte Auflagen zu erfüllen, wenn es sich um mehr als zehn Prozent der Bauteilfläche handelt. Wer beispielsweise nur seine nördliche Wand dämmen will, muss nur für diese neu gedämmte Außenwand die EnEV-Anforderungen erfüllen.

Für Gebäude vor 1984 gilt: Wird die Fassade saniert, müssen Dämmmaßnahmen umgesetzt werden. Energieberater oder Fachleute können Sie hierzu beraten, denn bei Nichteinhaltung der Gesetze zur Wärmedämmung drohen empfindliche Bußgelder. Einen geeigneten Experten in Ihrer Umgebung finden Sie mit dem Online-Branchenbuch Rat und Tat.

Weitere Informationen zu den Pflichten und Vorschriften bei der Wärmedämmung finden sie in diesem Artikel.

Autorin: Karin Adolph

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