Innendämmung: Kosten, Förderung & Anwendungsfälle

Die Innendämmung ist eine effektive und sinnvolle Sparmaßnahme, wenn Außendämmung und/oder Kerndämmung (auch: Einblasdämmung) nicht möglich sind. Hier erfahren Sie, was dabei zu beachten ist. Außerdem: Infos zu Kosten, Einsparmöglichkeiten, rechtlichen Vorgaben und Fördermöglichkeiten.

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Sie haben es eilig? Mit unserem kostenlosen DämmstoffCheck erfahren Sie, welches Material sich für eine Innendämmung Ihres Hauses eignet:

Die wichtigsten Fakten auf einen Blick

  • Innendämmung sinnvoll, wenn Kerndämmung und Außendämmung nicht möglich
  • bis zu 17 Prozent Heizenergie durch Innendämmung einsparen
  • Innendämmung vermeidet bis zu 3.000 kg CO2 im Jahr
  • Steigerung von Wohnkomfort und Wert des Gebäudes durch Innendämmung
  • sorgfältige Planung und Ausführung wichti, sonst droht Schimmel

Was ist eine Innendämmung?

Eine Innendämmung bezeichnet eine Wärmedämmung, die von Innen angebracht wird und die Wärme im Gebäude halten soll. Zu anderen Dämmverfahren wie der Fassadendämmung oder Kerndämmung (auch Einblasdämmung) unterscheidet sie, dass sie die Wärme auch von der Innenseite der Außenwand abhält.

Circa 35 Prozent der Heizenergie gehen bei durchschnittlichen Altbauten über die Außenwände verloren. Ganz vermeiden lassen sich die Verluste nicht, aber sie lassen sich mit einer fachgerecht angebrachten Wärmedämmung deutlich reduzieren. Bei hohem Verbrauch kann bis zu 17 Prozent Heizenergie eingespart und 3.000 kg klimaschädliches CO2 im Jahr vermieden werden, wenn eine Innendämmung mit großer Dämmstoffdicke fachgerecht angebracht wird. Außerdem steigert die Innendämmung Wohnkomfort und Wert des Gebäudes.

(c) iStock | pashapixel

Wann ist Innendämmung sinnvoll?

Eine Innendämmung kommt meistens alt Alternative zum Einsatz, wenn eine Fassadendämmung von außen oder als Kerndämmung (auch Einblasdämmung) nicht umsetzbar ist. Zum Beispiel, wenn

  • kein Hohlraum für eine Kerndämmung vorhanden ist
  • das äußere Erscheinungsbild einer Fassade erhalten bleiben soll (etwa bei schönen Stuck- oder Fachwerk-Fassaden oder aus Denkmalschutzgründen)
  • aufgrund der Grundstückslage außen schlicht kein Platz für eine Dämmung ist
  • nur einzelne Wohnungen in Mehrfamilienhäusern modernisiert werden sollen
  • oder in Kellerräumen, bei denen eine Perimeterdämmung der Kellerwände von außen nicht in Frage kommt.

Ob sich eine Innenwanddämmung für Ihr Gebäude lohnt, oder ob eine andere Modernisierungsmaßnahme sinnvoller ist, finden Sie mit dem Modernisierungskosten-Rechner heraus:

Zum ModernisierungsCheck

Vorteile und Nachteile der Wärmedämmung von innen

Die Tabelle zeigt die Vor- und Nachteile der Innendämmung gegenüber anderen Dämmmaßnahmen am Gebäude.

VorteileNachteile
Hält sehr lange, da Dämmung nicht der Witterung ausgesetztWohnraum wird kleiner
Montage zu jeder Jahreszeit und bei jedem Wetter möglichkann bei falscher Planung und Anbringung zu Feuchteschäden und Schimmel führen
Räume schneller warm, da Wände nicht mit aufzuwärmenWände speichern kaum Kälte, daher im Sommer wärmer
Montage ohne teures Gerüst möglichBauarbeiten müssen in den Wohnräumen durchgeführt werden
erschwert Anbringen von Bildern und Regalen
erfordert große Sorgfalt bei Planung und Umsetzung

Wie viel spart eine Innendämmung?

In einem durchschnittlichen Einfamilienhaus mit 125 Quadratmetern Wohnfläche, das 1983 erbaut wurde, kann eine Innendämmung bei hoher Dämmstoffdicke (circa 12 Zentimeter) bis zu 17 Prozent der Heizenergie einsparen. Damit reduzieren sich die Heizkosten um etwa 380 Euro im Jahr, wenn mit Erdgas geheizt wird.

3.000 kg CO2

So viel Treibhausgas spart eine Innendämmung Jahr für Jahr. 240 Bäume wären nötig, um diese Menge CO2 zu kompensieren.

3000

Neben den sinkenden Energiekosten ist der Beitrag zum Klima- und Umweltschutz ein wichtiger Grund für die Dämmung: Je weniger Heizenergie Sie benötigen, desto weniger klimaschädliche CO2-Emissionen entstehen. Eine fachgerechte Wärmedämmung von innen kann bis zu 3.000 kg CO2 im Jahr vermeiden.

Mythos: Dämmstoffe sparen nicht so viel Energie, wie sie für die Herstellung benötigen

Dass sich Dämmstoffe im Normalfall nicht energetisch amortisieren, ist schlicht falsch: Dämmstoffe können die für Herstellung, Transport, Montage und Entsorgung investierte Energie häufig über Energieeinsparungen wieder hereinholen und auch darüber hinaus viel Energie sparen.

Aber stimmt es, dass Wärmedämmung schnell kaputt geht?! Vorurteile und Irrglauben zu Dämmmaßnahmen im Faktencheck

Wie viel kostet eine Innendämmung?

Durchschnittlich können Hauseigentümer von einem Quadratmeterpreis von 30 Euro ausgehen für eine Wärmedämmung von innen im Altbau inklusive Montage durch Fachhandwerker*innen. Für ein durchschnittliches Einfamilienhaus (125 Quadratmeter Wohnfläche, gebaut 1983) ist mit Gesamtkosten von 12.000 Euro für die Innendämmung zu rechnen. Die Kosten können allerdings stark variieren, da sie unter anderem vom ausgewählten Material und dessen Dicke („Stärke“) abhängen.

Das beeinflusst die Kosten für eine Innendämmung

  • Beschaffenheit der Innenwände: Günstig ist es, wenn sie glatt und rechtwinklig sind. Teurer ist eine Dämmung von unregelmäßigen und verwinkelten Wandflächen und insbesondere von darauf verlaufenden Rohren und Kabeln.
  • Handwerkerkosten: Diese variieren regional und auch von Betrieb zu Betrieb und richten sich zumeist nach dem Auftragsvolumen. Es ist daher sinnvoll, mehrere Angebote einzuholen und diese sorgfältig zu vergleichen.
  • Dämmmaterial: Je nach Material und Dämmart entstehenn unterschiedliche Kosten. Der DämmstoffCheck vergleicht unterschiedliche Materialien hinsichtlich Kosten sowie Vor- und Nachteilen für Sie.

Aus all diesen Gründen kann der Preis für eine Innenwanddämmung auch bei 100 Euro pro Quadratmeter und 40.000 Euro Gesamtkosten liegen – und mehr.

So verringern Sie Kosten und Aufwand

Die Kosten der Innendämmung können sich reduzieren, wenn die Innenwanddämmung mit weiteren Modernisierungs- oder Sanierungsmaßnahmen verbunden werden. Wenn Sie also ohnehin neu tapezieren, moderne Fenster einbauen oder die alten Außenwand-Einzelöfen beziehungsweise die Nachtspeicherheizung durch eine Zentralheizung ersetzen, können Sie das mit einer Innendämmung kombinieren. Eine Innendämmung kann auch schrittweise, also Zimmer für Zimmer, durchgeführt werden.

Die Amortisationszeit, also der Zeitraum, bis die erzielten Einsparungen die getätigten Investitionen ausgeglichen haben, kann aufgrund der vielen Faktoren nicht pauschal angegeben werden. Wichtig ist, im richtigen Zeitrahmen zu kalkulieren: Eine fachgerecht angebrachte Innendämmung hält 40 Jahre und länger und amortisiert sich in dieser Zeit mit hoher Wahrscheinlichkeit. Außerdem trägt sie mit Sicherheit zum Klimaschutz bei.

Im Artikel „Kosten für Wärmedämmung im Überblick“ finden Sie allgemeine Informationen zu den Kosten für Dämmmaßnahmen.

(c) IpeG-Institut

Dämmplatten an der Innenwand.

Welche Förderung gibt es für die Innendämmung?

Die wichtigsten Förderprogramme für die Wärmedämmung sind in der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) gebündelt. Dazu gehören

Zu beachten ist aber, dass der Effizienzhausstandard mit einer Innendämmung nur sehr schwer erreichbar ist. Und auch für Einzelmaßnahmen müssen die hohen technischen Mindestanforderungen eingehalten werden. Für Innendämmung gibt es nur Ausnahmen mit geringeren Anforderungen für Außenwände bei denkmalgeschützten Gebäuden oder erhaltenswerter Bausubstanz. Ansonsten setzen viele Förderprogramme Dämmstärken voraus, die bei einer Innendämmung aus Platzgründen nur selten verbaut werden.

Nutzen Sie daher eine Energieberatung, um die passenden Maßnahmen für Ihr Haus herauszufinden. Das hat zwei Vorteile:

Mehr zu den Fördermöglichkeiten der BEG erfahren Sie in unserem Überblick. Die passenden Förderprogramme für Ihr Vorhaben können Sie mit unserer kostenlosen Fördermittel-Suche finden. Hier erhalten Sie auch tagesaktuelle Informationen zu regionalen und kommunalen Förderungen:

Zum FördermittelCheck

Wählen Sie hier bitte als Maßnahme „Fassadendämmung“, um sich über Fördermöglichkeiten für die Innendämmung zu informieren.

Vorschriften: Ist die Innendämmung Pflicht?

Generell besteht in Deutschland keine Dämm-Pflicht. Zwar müssen bei einer Sanierung die Standards des Gebäudeenergiegesetzes/GEG (ehemals Energieeinsparverordnung/EnEV) eingehalten werden. Diese beinhalten, dass nach einer Sanierung der Außenflächen der Wände von beheizten Räumen ein U-Wert von 0,24 W/(m²·K) nicht überschritten werden darf. Wer also beispielsweise eine Fassade mit einem Wärmedämmverbundsystem oder den Außenputz seines Hauses erneuert, muss dafür sorgen, dass die sanierten Außenwände anschließend diesen Mindestanforderungen genügen. Bei einer Innendämmung gelten diese Anforderungen aber nicht.

Bitte beachten Sie weiterhin: Wenn Sie ein Förderprogramm nutzen, gelten dessen Förderbedingungen. Diese beinhalten zumeist auch Vorgaben für den zu erreichenden Dämmstandard, die über den gesetzlichen Standards liegen. Lassen Sie sich von einem/r Energieberater*in beraten.

Was ist ein U-Wert oder Wärmedurchgangskoeffizient?

Der U-Wert (auch Wärmedurchgangskoeffizient genannt) zeigt an, wie viel Wärme durch ein Bauteil geht. Er wird in Watt pro Quadratmeter und Kelvin (W/m2K) angegeben. Je kleiner der U-Wert, desto größer die Dämmwirkung. Laut aktuellem Gebäudeenergiegesetz (GEG) darf bei der Haussanierung der U-Wert für die Gebäudehülle bei höchstens 0,24 W/m2K liegen.

Dämmstoffe: Welches Material für die Innendämmung?

Häufig kommen bei der Wärmedämmung von innen konventionelle Dämmstoffe, wie Platten aus Polystyrolpartikel-Schaum (EPS), Polyurethan-Hartschaum (PUR) und Mineralwolle zum Einsatz. Sehr oft werden auch Verbundelemente – zum Beispiel Dämmstoff plus Gipskartonplatte – eingesetzt.

Ökologische Dämmstoffe für die Innendämmung

Naturdämmstoffe werden bei der Innendämmung immer beliebter. Sie gelten als umweltfreundlicher und gesundheitsverträglicher – dieser Aspekt ist vielen Hauseigentümern für die Wohnräume ihrer selbst genutzten Häuser wichtig.

Bei den Ökodämmstoffen eignen sich Materialien aus

  • Calciumsilikat,
  • Holzfasern,
  • Hanf,
  • Zellulose oder
  • Blähperlit (Rohstoff: Vulkanstein).

Calciumsilikatplatten können Feuchtigkeit gut speichern und wieder an die Raumluft abgeben. So vermeiden die Platten die Bildung von Schimmel in Innenräumen. Bei ihnen sind daher keine Dampfbremsen nötig. Darüber hinaus ist auch der Einsatz von Kork, Schafwolle, Jute und weiteren Materialien möglich. Diese Ökodämmstoffe sind in der Praxis aber noch eher selten zu finden.

Wenn Sie wissen möchten, für welche Materialien sich andere Hausbesitzer*innen entschieden haben, warum und ob sie mit ihrer Entscheidung zufrieden sind, dann lesen die Zusammenfassung unserer Dämm-Umfrage.

„Haben ökologische Innendämmung für uns entdeckt“

Lesen Sie, welche Erfahrungen unsere Praxistest-Familie mit der Innendämmung Ihres Einfamilienhauses gemacht haben!

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Wärmedämmung von innen: Wie stark?

Die benötigte Dicke (auch „Stärke“ genannt) muss bei der Planung einer Innendämmung immer von  ausgewiesenen Fachleuten berechnet werden. Denn dabei gibt es einiges zu beachten:

  • Wie stark ein Dämmstoff idealerweise sein sollte, hängt von der Beschaffenheit der Wände und vom Material selbst ab.
  • Natürlich gilt: Je dicker der Dämmstoff, desto niedriger der U-Wert und die Heizkosten. Es kann sich also lohnen, ein paar Zentimeter Dämmstoff mehr auftragen zu lassen und damit dauerhaft entsprechend niedrigere Heizkosten zu haben.
  • In der Praxis wird die Dämmstoffstärke bei der Innendämmung häufig vom vorhandenen Platz limitiert. Daher gilt zumeist: Die Innendämmung sollte so dick gewählt werden, dass der Innenraum sich nicht unzumutbar verkleinert.

Häufig kommt eine Dämmstoffstärke von acht Zentimetern für die Innenwanddämmung zum Einsatz.

Als Ergänzung zu einer Vor-Ort-Beratung durch eine/n Energieberater*in hilft Ihnen der interaktive Dämmstoff-Vergleich. Er gibt an, wie dick die verschiedenen Dämmstoffe rechnerisch sein müssten.

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Innendämmung: Welches System ist das Beste für Altbauten?

Für die Innendämmung kommen verschiedene Systeme infrage:

Geklebte Innendämmung

Bei der geklebten Innendämmung werden, wie der Name schon sagt, Dämmplatten direkt auf die Innenseite der Außenwand geklebt. Häufig werden dafür Verbundplatten verwendet.

(c) www.isover.de

Innendämmung zum Aufsprühen

Eine weitere Möglichkeit für die Wärmedämmung von innen ist die Innendämmung zum Aufsprühen. Dafür kommen zumeist Zelluloseflocken zum Einsatz, die sich aufgesprüht sehr gut an unebene Wände und auch an Rohre und Leitungen anpassen können. Nach dem Aufsprühen wird die Dämmschicht begradigt und kann dann verputzt und weiter gestaltet werden. Diese Maßnahme erfordert aber lange Trocknungszeiten.

(c) www.iStock.de / BanksPhotos

Innendämmung mit Unterkonstruktion (Platten oder Matten)

Bei der Innendämmung mit Unterkonstruktion wird das Dämmmaterial an Aluminiumprofilen oder Holzlatten befestigt, die auf der Innenwand angebracht werden. Dies wird abschließend mit Platten aus Holzwerkstoffen oder Gips verkleidet. Es gibt auch Komplettsysteme aus Tragekonstruktion, Dämmstoff und Verkleidung, die auf der Innenwand montiert werden können.

(c) www.iStock.de/ FluxFactory

Innendämmung mit Unterkonstruktion (Einblasdämmung)

Bei einer Variante der Innendämmung mit Unterkonstruktion wird zunächst eine Wandverkleidung auf der Unterkonstruktion befestigt. Ein loser Dämmstoff wird dann in den Hohlraum zwischen Wand und Verkleidung geschüttet oder eingeblasen. Dieses System kann sich ebenfalls sehr gut an Unebenheiten, Leitungen und Rohren anpassen.

(c) THERMOFLOC

Dämmputz

Ein weiteres System ist der sogenannte Dämmputz. Dieses System ist ebenfalls gut für unebene Wände geeignet. Allerdings hat es verhältnismäßig schlechte Dämmeigenschaften. Daher kommt es eher selten zum Einsatz. Einige materielle Entwicklungen der vergangenen Jahre lassen aber vermuten, dass hier künftig bessere Werte und höhere Marktanteile erreicht werden können.

(c) Protektor

Welches System das Beste für die Innenwanddämmung Ihres Gebäudes ist, hängt stark vom vorhandenen Platz, von der Beschaffenheit der Wände und von den angestrebten Dämmwerten ab. Sie sollte sich daher unbedingt von einem/r unabhängigen Energieberater*in beraten lassen. Fachkräfte in Ihrer Nähe finden Sie mit unserem Online-Branchenbuch:

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Wärmebrücken bei Innendämmung

Als Wärmebrücke (auch „Kältebrücke“ genannt) wird ein Teil eines Gebäudes bezeichnet, der Wärme besser leitet als angrenzende Bauteile. In den kalten Jahreszeiten kühlt eine Wärmebrücke schnell aus, da sie die Wärme der Innenräume nach außen leitet. Aus diesem Grund kann sich hier die Luftfeuchtigkeit der Raumluft niederschlagen und zu Feuchteschäden und Schimmelbildung führen.

Bei einer nicht fachgerecht angebrachten Innendämmung können schnell Wärmebrücken auftreten, weshalb hier besondere Vorsicht geboten ist. Diese entstehen dadurch, dass das Gebäude nicht wie bei einer Fassadendämmung komplett verpackt wird. An den Übergängen der von innen gedämmten Wände zu Decken, Böden und nicht gedämmten Wänden können solche kalte Stellen auftreten. Daher ist es wichtig, diese angrenzenden Bauteile in einer Tiefe von 0,5 bis 1 Meter ebenfalls in die Dämmung einzubinden.

Schimmel durch Innendämmung?

Eine Innendämmung hält die Wärme im Haus. Im Gegensatz zur Fassadendämmung (also zur Kerndämmung oder Außendämmung) hält die Innenwanddämmung die Wärme aber auch von der Innenseite der Außenwand ab. Die Folge: Die Außenwand wird kühler. Wenn die Innendämmung fehlerhaft geplant und/oder ausgeführt wird, kann Luftfeuchtigkeit auf oder in dem kalten Mauerwerk kondensieren und die Wand im Altbau wird feucht. Dies kann zu Bauschäden führen und begünstigt Schimmelbildung. Verstärkt wird das Problem dadurch, dass die Schäden hinter der Dämmschicht auftreten und daher häufig erst spät bemerkt werden.

(c) RRF/Fotolia.com

Feuchteschäden vorbeugen

Um Feuchteschäden und Schimmel bei einer Wärmedämmung von innen zu vermeiden, sollte diese Maßnahme immer fachgerecht geplant und sehr sorgfältig ausgeführt werden. Denn dabei gibt es einiges zu beachten:

  • Wärmebrücken sind zu minimieren. Besonderes Augenmerk ist auf Holzbalkendecken zu legen, da auch die Enden der Balken gedämmt werden sollten, diese aber häufig schwer zugänglich sind.
  • Außerdem sollte beim Einsatz von Wärmedämmstoffen mit geringem Wasserdampfdiffusionswiderstand eine Dampfbremse zwischen Dämmstoff und Innenbekleidung eingesetzt werden, damit die Luftfeuchtigkeit gar nicht erst in die Wand eindringen kann. Eine Dampfbremse kann eine Folie sein oder auch eine spezielle Beschichtung, die direkt auf die Wand aufgetragen wird.
  • Wichtig ist, dass der Schutz vor Feuchteschäden erst dann wirksam wird, sobald die Dampfbremsen luftdicht untereinander und an allen angrenzenden Bauteilen verklebt werden. Besonderes Augenmerk muss dabei auf „Durchdringungen“ wie zum Beispiel Steckdosen gelegt werden. Auch Fensterlaibungen sind mit einzubeziehen.
  • Bei kapillaraktiven Innendämmsystemen, wie beispielsweise Calciumsilikatplatten, ist keine Dampfbremse nötig, da Luftfeuchtigkeit gespeichert und wieder an den Innenraum abgegeben werden kann.

Weitere Infos im Artikel „So vermeiden Sie Schimmelbildung nach einer Dämmung“.

Nach der Innendämmung: Heizungsoptimierung & Monitoring

Nach der Innendämmung wird im Altbau weniger Energie benötigt, um das Haus zu beheizen. Die Leistung der Heizungspumpe und die Vorlauftemperatur des Heizwassers können somit deutlich gesenkt werden. Aus diesem Grund sollte das Heizsystem von Fachhandwerker*innen durch einen hydraulischen Abgleich auf den geringeren Energiebedarf eingestellt werden. Der hydraulische Abgleich stellt sicher, dass das System perfekt auf den Bedarf abgestimmt ist und alle Räume gleichermaßen mit Wärme versorgt werden. Für die Heizungsoptimierung gibt es einen staatlichen Zuschuss von 20 Prozent im Rahmen der BEG.

Der Online-Rechner für den hydraulischen Abgleich berechnet, wie viel Heizkosten Sie damit in Ihrem Haus sparen können – auch wenn Sie noch nicht gedämmt haben:

Zum WärmeCheck

Weiterhin ist es wichtig, dass Sie nach der Innendämmung Ihren Heizenergieverbrauch prüfen und im Auge behalten. Nur so können Sie herausfinden, ob die Dämmmaßnahme wirklich die versprochene Einsparung gebracht hat oder ob nachjustiert werden muss. Auchie Ausführung der Dämmung können Sie so überprüfen und gegebenenfalls Schadensersatz eingefordern, wenn Mängel nachgewiesen werden können. Am einfachsten können Sie Ihren Energieverbrauch mit dem kostenlosen Energiesparkonto kontrollieren – und Ihre persönlichen Sparerfolge sichtbar machen.

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Autor*innen: Anne Weißbach, Stefan Heimann

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