Warum dämmen? 10 gute Gründe

Wer Energie und Heizkosten sparen und dabei auch noch das Klima schützen möchte, ist beim Thema Dämmen genau richtig: Eine fachgerecht geplante und ausgeführte Dämmung von Außen- oder Innenwänden, Decken, Böden oder Dach lohnt sich sowohl für die Haushaltskasse als auch für die Umwelt. Und ein gut gedämmtes Haus hat noch weitere gute Gründe zu bieten.

Die wichtigsten Fakten auf einen Blick

  • im Winter mit Dämmen die Wärme im Haus halten
  • im Sommer mit Dämmung Aufheizen des Hauses verhindern
  • je älter das Haus, desto mehr lohnt sich in der Regel seine Dämmung
  • Durch Dämmung Schimmel und damit Gesundheitsrisiken vermeiden
  • finanzielle Förderung vom Staat für Dämmung nutzen

1. Dämmen schützt vor Kälte

Fragt man sich, warum man dämmen soll, hat man den ersten guten Grund meist direkt parat: Dämmen schützt das Haus vor Kälte. Denn mit Häusern ist es wie mit Menschen: Wer sich im Winter mollig warm einpackt, friert weniger und muss nicht so viel Energie aufbringen, um es warm zu haben. Schlecht oder unzureichend gedämmte Gebäude sind wahre Energiefresser. Allein durch eine Dämmung der Fassade können bei einem durchschnittlichen Gebäude bis zu 19 Prozent der Heizenergie gespart werden (Beispiel siehe Dämmen spart Heizkosten). In ungedämmten Gebäuden hingegen bekommen die Bewohner trotz aufgedrehter Heizkörper oft kalte Füße. Hinzu kommt häufig das Gefühl, dass es zieht. Ist ein Haus gut gedämmt, bleibt die Wärme im Inneren und die Kälte draußen.

Ein Kennwert für den winterlichen Wärmeschutz ist der Wärmedurchgangskoeffizient (U-Wert). Er zeigt die Wärmedurchlässigkeit eines Bauteils an und wird in Watt pro Quadratmeter und Kelvin (W/m2K) angegeben. Je kleiner der U-Wert, desto besser die Dämmung. In der aktuellen Fassung der Energieeinsparverordnung (EnEV) ist bei der Haussanierung beispielsweise für Außenwände ein maximaler U-Wert von 0,24 W/m2K vorgeschrieben. Bei einer ungedämmten Wand kann dieser Wert dagegen leicht sechsmal so hoch sein; der U-Wert beträgt dann 1,5 W/m2K.

2. Dämmen schützt vor Hitze

Während es im Winter darum geht, die Wärme im Haus zu halten, soll sie im Sommer draußen bleiben. Auch das schafft eine gute Dämmung: Sie verringert nicht nur den Wärmedurchgang von innen nach außen, sondern auch umgekehrt. Bei sommerlicher Hitze bleiben die Räume dank einer Dämmung länger angenehm kühl und eine stromfressende Klimaanlage ist in der Regel nicht notwendig. Sinnvoll ist es aber auch in einem gut gedämmten Gebäude bei hohen Außentemperaturen in den kühlen Morgen- und späten Abendstunden zu lüften.

3. Dämmen spart Heizkosten

Wer dank fachgerechter Dämmung Wärmeenergie einspart, senkt natürlich auch die eigenen Heizkosten. Wie viel Sie tatsächlich einsparen, hängt von Alter und Beschaffenheit Ihres Hauses ab und davon, für welche Dämmmaßnahme Sie sich entscheiden. Grundsätzlich gilt jedoch: Je älter das Haus, desto höher das Sparpotenzial.

Ein Beispiel: Bei einem durchschnittlichen, 125 Quadratmeter großen Einfamilienhaus von 1983, das mit Erdgas beheizt wird, spart allein die Fassadendämmung im Jahr bis zu 19 Prozent Heizenergie oder rund 260 Euro Heizkosten pro Jahr, die Dämmung des Dachs nochmal 13 Prozent beziehungsweise etwa 180 Euro jährlich.

4. Dämmen macht unabhängig von schwankenden Energiepreisen

Die Abhängigkeit von Energieimporten insbesondere fossiler Brennstoffe führt zu teils stark schwankenden Energiepreisen. So kostete Heizöl 2009 knapp über 50 Cent je Liter, während der Preis 2012 fast auf 90 Cent anstieg. Je weniger Energie Sie dank guter Dämmung verbrauchen, desto unabhängiger machen Sie sich von Energielieferanten und deren Preissprüngen. Sie können also Ihre Energiekosten besser überblicken und entsprechend einplanen.

5. Dämmen erhöht Wohnkomfort

In einem nicht oder unzureichend gedämmten Haus sind Innenwände und Fenster im Winter teils deutlich kälter als die Raumtemperatur. Das führt dazu, das man ständig fröstelt und sich in den eigenen vier Wänden unbehaglich fühlt. Im Sommer heizen sich die Räume bei fehlender Dämmung dagegen sehr schnell auf. Auch das erhöht nicht gerade die Wohnqualität. Sind die Wände hingegen von außen gedämmt, gleichen sich Wand- und Raumtemperatur aneinander an. Das verbessert das Raumklima und damit die Wohnqualität merklich.

6. Dämmen verbessert Feuchteschutz und verhindert Schimmel

Warme Wände verringern das Risiko, dass sich Feuchtigkeit an den Wänden niederschlägt und sich dort Schimmel bilden kann. Feuchtigkeit entsteht in den Räumen nicht nur durch Duschen, Kochen oder Waschen, sondern allein schon durchs Atmen. Wenn sie an kalten, ungedämmten Wänden kondensiert, kann das zu Feuchteschäden und zur Bildung von gesundheitsschädlichem Schimmel führen. Warme, gedämmte Wände tragen hingegen zu einem hygienischen und gesunden Raumklima bei. Wichtig ist allerdings das richtige Lüften – erst recht nach dem Dämmen.

7. Dämmen erhält oder steigert Wert des Gebäudes

Mit einer fachgerecht gedämmten Immobilie liegen Sie mit Ihrem Energieausweis im grünen Bereich. Und den müssen Sie bei Verkauf oder Vermietung ungefragt vorzeigen beziehungsweise entsprechende Angaben machen. Wenn Sie Ihr Haus dämmen, schützen Sie es also nicht nur wirkungsvoll vor Witterungseinflüssen und baulichen Schäden. Sie können damit also auch den Wert erhalten oder sogar steigern. Schlechte Energiewerte im roten Bereich des Energieausweises senken hingegen den Wert Ihres Gebäudes und damit auch den Preis bei Verkauf oder Vermietung.

8. Dämmen trägt zum Klimaschutz bei

Ein gedämmtes Haus ist praktizierter Klima- und Ressourcenschutz. Denn je weniger Heizenergie Sie benötigen, desto weniger klimaschädliche CO2-Emissionen entstehen. Zugleich schonen Sie endliche Ressourcen wie Erdöl und Erdgas. Und auch das hartnäckige Gerücht, dass Dämmstoffe sich im Normalfall über ihren Lebenszyklus betrachtet nicht energetisch amortisieren, ist schlicht falsch: Dämmstoffe können die für Herstellung, Transport, Montage und Entsorgung investierte Energie so gut wie immer über Energieeinsparungen wieder hereinholen und auch darüber hinaus viel Energie sparen. Wenn Sie dann noch ökologische Dämmstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen nutzen: umso klimafreundlicher und besser.

9. Dämmen erhöht Schallschutz

Viele Dämmstoffe schützen nicht nur vor Wärme und Kälkte, sondern auch vor Lärm. Insbesondere moderne Fenster mit wärmedämmender Dreifachverglasung halten auch Straßenlärm und andere Geräusche fern. Alte Fenster mit Einfachverglasung dämmen laut Umweltbundesamt den Lärm nur um den Bruchteil einer massiven Wand. Fenster mit Wärmedämmung reduzieren den Schall dagegen um mindestens 31 Dezibel. Eine Schallreduzierung um 10 Dezibel empfindet das menschliche Ohr schon als eine Halbierung des Lärms. Wärmegedämmte, mehrfachverglaste Fenster dämmen also nicht nur den Wärmeverlust, sondern auch den Lärm. 

10. Fördermittel fürs Dämmen

Mit Zuschüssen bis zu 60 Prozent fördert der Staat das Wärmedämmen. Für viele Dämmmaßnahmen können Sie Fördermittel beantragen, beispielsweise aus dem KfW-Programm „Energieeffizienz sanieren“. Mehr Informationen dazu finden Sie in unserem Artikel Förderung für Wärmedämmung.

Fördermittel gibt es in einzelnen Fällen auch für Maßnahmen, die die Energieeinsparverordnung (EnEV) bereits vorschreibt – wie etwa die Dämmung der obersten Geschossdecke.

Nutzen Sie unseren FördermittelCheck, um das richtige Programm für sich zu finden.

Qualifizierte Energieberater und Handwerker für die Gebäudedämmung finden Sie in unserem kostenlosen Branchenbuch Rat und Tat.

Autoren: Kristina Simons / Marcus Franken

weiter